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koebix

Pictures from Sascha Binger

Tagebuch Naminia 2011

Und über Nacht sieht die Welt ganz anders aus

2.6.

Leichte Kopfschmerzen nach einem feucht-fröhlichen Willkommen in Saschas Heimat :-).

Sascha liegt gerade auf der Couch und der Tag beginnt mit „Hatari“! Ein Zeichen 🙂 John Wayne, Hardy Krüger und Elsa Martinelli stimmen uns schon auf Afrika ein. Wir freuen uns schon auf das Packen heute und die Fahrt Richtung Frankfurt!

So, fast fertig gepackt, in einer Stunde geht es los Richtung Frankfurt. Hoffentlich bekommen wir im Flieger schöne Plätze.

^

Die A340-300 ist nicht wirklich groß und der Platz direkt vor den Toiletten war nicht gerade förderlich für den Schlaf… Im Bordprogramm gab es Rango. Leider fing der Film sooo spät an, dass wir beide dabei eingeschlafen sind. Das wäre irgendwie schon spannender gewesen, als diese englische Comedyserie, die davor lief.

3.6.

5:30 Ankunft Windhoek. Das war eine echt beeindruckende Landung. Wir flogen durch pechschwarze Nacht und auf einmal waren wir gelandet. Da der Airport außerhalb der Stadt liegt, gab es nichts was einen auf das Aufsetzen vorbereitet hätte :-).

Der erste Kontakt mit Namibischen Behörden: nimmt den Reisepass und fragt dich dann nach deinem Namen :-). Danach kommen noch ein paar Checkfragen, um zu sehen, ob du wirklich nur auf Urlaubsreise bist und dann kann man endlich seine Koffer vom Band nehmen. Diese waren auch Just-in-time da. Leider ging der EC-Automat nicht und wir hatten versäumt in Deutschland noch ein paar Euro einzupacken… So gingen wir mit umgerechneten 65€ erstmal unseren Mietwagen abholen. Nachdem wir alles erläutert bekommen haben, sind wir dann nach Windhoek einkaufen gefahren. Linksfahren war für uns eine ganz neue Erfahrung. Dann auch noch direkt durch die Landeshauptstadt steigerte das Erlebnis…

Auf der weiteren Fahrt sind wir in zwei Polizeikontrollen gekommen. Beide Polizisten waren total freundlich! Hier gilt, wenn man freundlich ist und gerade keinen Scheiß baut, ist alles OK :-).

Insgesamt sind wir dann gegen 12:30 Uhr völlig erschöpft in der Kalahari Anib Lodge angekommen. Wir haben hier ein wunderschönes  Zimmer mit Ausblick auf die Kalahari. Eine Stunde schlafen und dann ging es auch schon direkt auf einen Game-drive. Wir sahen Springböcke, Gamsböcke (die bekannten Oryx-Antilopen), Webervögel, braune Zebras (ja, die haben einen extra Streifen braun zwischen dem Schwarz und Weiß), Pumba, einen Ameisenbär, gelbe Mungos, kleine Füchse mit großen Ohren und Strauße. Nach dem Sundowner (Getränk, welches man sich bei Sonnenuntergang zu Gemüte führt) sind wir dann wieder zurück. Es war vorher schon kühl, aber jetzt froren wir bis auf die Knochen. Nie hätten wir gedacht, dass Namibia so kalt sein kann…

Nach einer schönen warmen Dusche sind wir zu unserem 4-Gänge-Abendessen gegangen. Jeder Bungalow hatte auf seinem Tisch ein Reservierungsschild stehen, bei uns war das: „Binger Party, Rm 38, 2 Pax“. Das mit der Party fanden wir sehr lustig. Am Anfang waren wir ziemlich allein in dem Raum, der leicht mit angenehmer afrikanischer Musik beschallt wurde. Doch so nach und nach füllte es sich und schon kam der erste Gang. Das Essen war insgesamt sehr lecker. Zuerst gab es Trüffel mit Salat, gefolgt von einer Süßkartoffelsuppe, das Hauptgericht war Oryx-Stroganoff mit Reis und Gemüse (2 Stunden zuvor gesehen und jetzt schon auf dem Teller ;-)) und zum Schluss einen warmen Muffin mit warmer Vanillesauce. Danach waren wir einfach nur so müde und sind direkt in unseren Bungalow gegangen. Sascha schreibt noch ein bisschen Tagebuch, Maika schläft fast direkt ein. 🙂

Es war ein sehr schöner, wenn auch anstrengender, erster Tag in Afrika!

4.6.

Heute war erstmal ausschlafen angesagt. Kurz vor Ende der Frühstückszeit waren wir dann auch am Frühstücksbuffet. Da gab es eigentlich alles, was man zu einem leckeren Frühstück braucht. Nur für die Brötchen waren wir wohl etwas zu spät, es gab nur noch Toast, den man aber frisch toasten konnte. Es war im Schatten immer noch frisch um halb zehn Uhr morgens, in der Sonne war es aber schon angenehm.

Frisch gestärkt haben wir uns erst mal ein Buch über die südafrikanischen Säugetiere geholt, damit wir auch mal ankreuzen können, was wir alles so auf unserem Urlaub gesehen haben. Außerdem haben wir uns noch eine Wanderkarte für die Wanderwege hier auf der Lodge geliehen. Da es aber schon recht spät war und wir nicht in der Mittagssonne wandern wollten, haben wir uns entschlossen, unsere Sachen besser auf die Taschen zu verteilen und mal etwas Ordnung in unserem Bungalow zu bringen. Sascha hat dann noch dafür gesorgt, dass unser Stromadapter auch unseren Netbook-Stecker verträgt. Jetzt hat der Adapter einen Nippel weniger… Dann haben wir uns an den Pool gelegt (das Wasser war noch ziemlich kühl) und haben etwas gelesen bis wir zum Wandern losgegangen sind. In der Sonne war es jetzt schon gut warm, der Wind sorgt aber zwischendurch immer mal für etwas Abkühlung.

10 km und zwei Geckos später sind wir dann so gegen 5 von der Wanderung zurück gekommen. Riesige Nester von Webervögeln haben wir gesehen, Kudus und wieder Springböcke. Passend zur ersten Sichtung von Kudus gab es beim Abendessen Kudu Roulade. Das war echt lecker! Irgendwie ist Afrika wie ein gutes Fischrestaurant. Man sieht es bevor man es isst :-). Die Wanderung ist echt empfehlenswert. Insgesamt gibt es drei Routen, wovon wir natürlich die Längste in Angriff genommen haben. Noch schnell einen Cache auf einer anderen Route mitgenommen und dann dem ausgetrockneten Flussbett entlang. Viele Tiere haben wir im Vergleich zum Game-drive nicht gesehen. Dafür war es ruhiger, persönlicher (waren die beiden einzigen) und billiger.

Nach dem Abendessen gab es dann noch einen Kaktus Feigenschnaps, den Maika zur Hälfte verschmähte. Sascha musste sich dann notgedrungen opfern. 🙂

Morgen geht es dann Richtung Sossusvlei. Laut den Reiseführern sollte das eins der Highlights werden. Wir sind gespannt…

5.6.

Schweren Herzens sind wir von der Kalahari Anib Lodge aufgebrochen. Es war schon ein schönes Willkommen in Afrika!

Die Fahrt verlief zuerst sehr eintönig. Die gleiche Landschaft wie gestern. Ein anscheinend gemuggelter Cache. Dann kam die erste aufregende Situation. Wir sind tanken gefahren. Leider füllte uns die Lady den Tank so voll, dass er bei der nächsten Gelegenheit durch den Überlauf abtropfte. Das Schlimmste aber ist, dass sie uns den Ersatzkanister auch so voll gemacht hat und wir nun Diesel im Gepäckraum haben. Hoffentlich kann das Auto in den nächsten Tagen in Ruhe ausdünsten :-(.

Die Fahrt führte das erste Mal über nicht asphaltierte Strecke. Hier kommt man langsamer voran. Die Gegend entschädigt aber dafür. Die Eintönigkeit wird von Bergen und Tälern abgelöst. Das erste Mal bleiben wir stehen, um Landschaftsbilder zu machen. Leider bleiben heute die Tiere aus. Vielleicht kann man einfach nicht beides haben :-).

Wir kommen an einem Schild vorbei: „Hammerstein Lodge“. Hier klingelt es in unseren Ohren. Zum einen würden wir was essen, zum anderen haben die auch Cheetahs, also auf gut deutsch GEPARDEN! Wir bekommen eine Führung durch ein Gehege von, mehr oder weniger, zahmen Geparden, Besuchen einen Leoparden (aber hinter dem Zaun) und schauen uns noch Luchse an. Die Schönheit der Tiere ist schon beeindruckend!

An der Sossusvlei Lodge angekommen, beziehen wir erstmal unser Zelt/Zimmer. Es fällt uns schwer eine Bezeichnung dafür zu finden. Der Vorraum mit Bad ist gemauert, aber unser Schlafzimmer ist ein Zelt mit festem Fundament. Wir haben  einen wundervollen Blick auf den gerade stattfindenden Sonnenuntergang! Hier liegt die Namib direkt vor unserem Zelt! Während ich diese Zeilen schreibe verschwindet das Licht, es wird kalt und der Hunger meldet sich.

Also Schluss für heute und ab zum Abendessen. 🙂

6.6.

5:30 Uhr, der Wecker klingelt. Es ist kalt. Wir machen uns zum Frühstück fertig und erreichen um kurz nach 7 Uhr das Gate zum Sossusvlei. Sossusvlei ist bekannt für seine roten Dünen und das Deadvlei, aber dazu später mehr.

Der Diesel-Gestank im Aufbau nervt tierisch. Nachdem wir dann am Eingang des Soussusvlei auf das Tropfen unseres Autos aufmerksam gemacht werden, beschließen wir, an der Tankstelle um Hilfe zu fragen. Der nette Tankwart entnimmt aus dem Kanister genug Diesel, damit er nicht mehr überschwappt und reinigt uns etwas den Aufbau. Wir sind zufrieden und fahren Richtung Sossusvlei los. Ab dem Zugang sind es noch ca. 1h Fahrt. Wir erreichen den ersten Parkplatz. Bis dahin kommt man noch mit jedem Wagen. Ab hier geht es nur noch mit 4×4 und Differentialsperre weiter. Auf letzteres wies uns ein netter Namibier hin… Man sah wohl auf den ersten Blick, dass es für uns das erste Mal war, ein solches Gelände zu befahren… Gut das uns hier niemand kennt :-). Die Fahrt bis zum zweiten Parkplatz vor dem Deadvlei war super aufregend. Überall weicher Sand. Wer sich festfährt, darf sich auch wieder ausbuddeln. Wir verfolgen einen der Wagen, den man als Transfer gegen Geld nutzen kann, um an die anderen Parkplätze zu kommen. Das Deadvlei lassen wir erstmal links liegen und fahren weiter zum Sossusvlei. Hier besteigen wir die dortige Düne, bestaunen Geckos, Käfer und nicht zuletzt die wundervolle Landschaft, wo sich eine rote Düne an die nächste reiht.

Nach einer kurzen Stärkung im Auto in Form von Keksen und Mandarinen (die hier total lecker sind), machen wir uns auf zum Deadvlei. Es ist schon deutlich wärmer. 1,1 km sind es laut Schild vom Parkplatz bis zum Deadvlei. Eingestellt auf dem GPS ist natürlich der Cache, welcher sich dort befindet. Wir kommen schnell voran und als wir dann über die letzte Düne kommen, sehen wir die weiße Pfanne mit den abgestorbenen Bäumen vor uns. Es war schon ein ziemlich unwirkliches Bild. Fasziniert laufen wir die Düne wieder runter und Sascha macht sich ans Einfangen der Landschaft und Maika läuft schnurstracks dem Pfeil auf dem GPS nach. Enden tut er an einem abgestorbenen Baum (wo auch sonst im Deadvlei, wo es doch nichts anderes gibt ;-)). Mit Saschas Hilfe ist er auch schnell gehoben (kleinere Leute kommen da nicht ohne zu klettern ran) und weiter geht’s auf der Suche nach schönen Fotomotiven. Doch so langsam wird es ziemlich unerträglich in der Pfanne und wir machen uns wieder auf den Rückweg.

Etwas erschöpft kommen wir am Auto an, trinken den letzten Rest Wasser, den wir haben und schaukeln per 4×4 wieder zurück zur Asphaltstraße. Das wird per HD-Video festgehalten, damit sich zu Hause auch jeder vorstellen kann, wie das war. Die einstündige Rückfahrt wurde unterbrochen von einem Chamäleon, was es sich am Strassenrand gemütlich gemacht hat. Das wurde natürlich sofort fotografisch festgehalten.

Am Gate angekommen, haben wir an der Tanke kurzerhand den Kanister in unseren Tank entleeren lassen. Er hat nämlich auf der Fahrt total geleckt. Der nette Mann hat uns auch noch den Aufsatz und Kanister schön sauber gemacht und wir haben ihm dafür ein nettes Trinkgeld gegeben. Er und wir haben uns gefreut und den Kanister lassen wir jetzt leer, dann sind wir auch den Gestank los. Dann haben wir im naheliegenden Restaurant eine leckere Bratwurst mit Pommes gegessen, Wasser gekauft und haben uns auf zum Sesriem Canyon gemacht. Der ist nicht weit weg. Und wie soll es anders sein, auch da gibt es einen netten Cache. Dessen Wegpunkten sind wir zur Hälfte gefolgt, denn für den gesamten war es dann doch schon zu spät. Schon der Anfang war beeindruckend und ich bin gespannt, wie es ist, wenn man den Canyon erst mal unten entlangläuft. Das ist nämlich die 2. Hälfte. 🙂

In der Lodge angekommen geht es zum Adventure Center, wo es schöne Flüge mit der Cessna über die Namib zu buchen gibt. Leider haben diese Flüge für nur 2 Personen auch gute Preise. Die nette Dame nimmt unser Anliegen aber auf und schaut, ob sie bis morgen Nachmittag noch 2 weitere Fluggäste arrangiert bekommt. Dann wird es nämlich billiger. Wir sind gespannt und werden sehen.

Damit wir morgen früh besser vorbereitet sind und schneller loskommen, damit sich die Dünen im Sossusvlei im richtigen Licht befinden, bereiten wir jetzt schon mal alles vor. Gleich geht es auch zum Abendessen und dann fast auch schon ins Bett, da wir ja morgen pünktlich um 6:30 Uhr am Gate sein wollen.

7.6.

Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker und wir sind pünktlich um 6:30 am Gate zum Sossusvlei. Während wir die Anfahrt von einer Stunde zum Vlei angehen, geht hinter uns die Sonne auf…und vor uns ziehen Wolken hoch. So beschließen wir nicht bis zum Vlei durchzufahren, sondern vorher die Düne 45 hochzusteigen. Diese liegt noch in der Sonne, allerdings ist es trotzdem saukalt. Gesagt getan, ein wirklich anstrengender Aufstieg. Aber von dem oberen  Dünenkamm entlohnt ein schöner Ausblick! Leider sehen wir von da aus, dass die Wolkendecke nicht aufreißt. Wir fahren weiter bis zum ersten Parkplatz. Hier gibt es einen Cache im so genannten Hiddenvlei. Wir wandern bei niedriger Temperatur und fehlender Sonne 2,5 km Wüsten Einwärts. GPS sei Dank, finden wir das Vlei und sind überwältigt von der Größe. Ein anderes Pärchen teilt sich das gesamte Vlei mit uns. Wir finden den Cache und genießen die Wärme. Den Weg zurück treten wir mit dem anderen Pärchen zusammen an. Wir unterhalten uns angeregt. Und dann kam der Regen! Auf dem Hinweg hatte es ein wenig getröpfelt, aber jetzt regnete es richtig. Wir hatten verschlammte Schuhe, nasse Rucksäcke und dreckige Hosen, als wir endlich am Auto ankamen. So ein Regen, das glaubt uns niemand! Damit hätten wir auch nicht wirklich gerechnet.

Zurück in der Lodge haben wir uns dann auf Vordermann gebracht und Sascha hat erstmal ein ausgiebiges Mittagsschläfchen gehalten. Um vier Uhr sind wir dann nochmal Richtung Sesriem Canyon. Ein paar letzte Bilder, ein schneller Cache und ein wunderschöner Regenbogen sind die Bilanz des kurzen Ausfluges. Kurz deshalb, da die Tore um 17:00 Uhr schließen und man dann das Gelände wieder verlassen muss.

8.6.

Heute haben wir bis 7:30 Uhr ausgeschlafen :-). Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es erstmal Richtung Sesriem Canyon. Heute wollten wir ihn noch durchqueren, bevor wir Richtung Rostock Ritz Lodge aufbrechen. Es hat Spaß gemacht, diesen kleinen Canyon zu erforschen. Wir hatten eine Beschreibung dabei (der 2. Teil des Caches, den wir vorgestern aufgrund der Wetterlage nicht machen konnten), die uns auf die Besonderheiten der Geologie aufmerksam gemacht hat. Insgesamt waren wir bis halb zwölf im Sesriem und sind dann Richtung Lodge aufgebrochen.

In Solitare haben wir Zwischenhalt gemacht. Im Prinzip besteht dieser Ort aus einer Tankstelle, einem Einkaufsladen, Bäckerei und einem Restaurant. Wir haben dort zu Mittag gegessen und unser Auto volltanken lassen. Nebenbei haben wir noch einen Cache gehoben und Sascha hat eine Menge Bilder der alten Autos gemacht, die dort als Deko vor sich hin rosten.

Ca. eine Stunde später erreichen wir die Rostock Ritz Lodge. Sie liegt etwas abseits des Weges und entpuppt sich als echte Perle! Kurz nachdem wir angekommen sind, ärgern wir uns, dass wir nur eine Nacht hier bleiben. Die Zimmer sind halbe Kuppelbauten und auch der Empfang und das Restaurant sind in diesem Stil gebaut. Wir beenden den Tag mit dem Sundowner Trail. Das ist eine einstündige Wanderung um den Berg, an dem die Lodge gebaut ist. Wir erleben einen fantastischen Sonnenuntergang, mit einem Blick auf eine weite Steppe. So stellt man sich Afrika vor. Kein Handy, kein Internet, nur Weite! Das fantastische Abendessen beschließt einen wirklich schönen Tag! Nach einem Absacker an der Bar liegen wir nun zufrieden im Bett und stellen uns den Wecker für morgen, damit wir zeitig nach Swakopmund aufbrechen können.

9.6.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frisch gepressten Orangensaft sind wir heute Richtung Swakopmund aufgebrochen. Die Rostock Ritz Lodge verlassen wir mit einer Träne im Auge, hier hat es uns unheimlich gut gefallen.

Wir sind heute 5 Stunden lang durch eine anfänglich abwechslungsreiche Landschaft gefahren, die aber dann doch zum Schluss sehr eintönig wurde. Abwechslung boten uns die fünf Caches am Wegesrand. Ansonsten gab es aber leider keine interessanten Tiersichtungen oder sonstige Ereignisse.


Während des Weges koordinierten wir mit dem Pärchen, welches wir im Hiddenvlei kennengelernt haben, eine morgige Tour und ein gemeinsames Abendessen im „The Wreck“. Angeblich ein echtes Schiff, was an Land gezogen wurde und jetzt ein Restaurant ist. Wir sind schon sehr gespannt. Der Ausflug morgen wird leider sehr teuer, aber laut Gastgeber lohnt es sich!

So ging es dann zur ersten Nachtfahrt in Namibia! Frisch geduscht und hungrig erreichen wir das Restaurant. Es ist aber nur ein Bau, der so ähnlich aussieht wie ein Schiff, aber kein echtes. Wir lassen uns zu unserem Tisch bringen und sind überrascht über das Ambiente. Es mutet sehr edel an und wir überlegen kurz, ob das die richtige Wahl war. Als wir dann in die Speisekarte schauen, sind wir wiederum überrascht. Die Preise passen so gar nicht zu der Umgebung, aber das ist ja nur vorteilhaft :-). Sogleich kommen auch die anderen und wir verbringen einen schönen Abend mit nettem Essen.

10.6.

Gespannt stehen wir auf und machen uns fertig. Freudig auf den bevorstehenden Ausflug setzen wir uns an unseren Frühstückstisch in unserem B&B namens Intermezzo und sehen Wolken! Wolken, die vom Meer auf das Land zu ziehen. In weniger als 10 Minuten ist die Sonne weg und die Wolken verdecken den schönen blauen Himmel. Wir schauen uns traurig an und hoffen, dass es wieder aufklart. Denn wir wollen doch die Sandwich Harbour Tour bei Mola Mola in Walvis Bay machen. Das ist eine Jeeptour zu der Stelle am Meer, wo die Namib direkt auf den Atlantik trifft. Pünktlich kommen Christine und Phil, um uns einzusammeln. Als wir beim Veranstalter ankommen, ist es schon ziemlich kalt, aber die Mädels da sind zuversichtlich, dass es gegen Mittag aufklart.

Hermann, unser Guide, macht im Landrover erst mal ne Einführung, wo es hingeht. Dort ist es recht gemütlich. Auf dem Weg zum Sandwich Harbour, der kein wirklicher Hafen mehr ist, sehen wir 2 Schakale, jede Menge Kormorane, die wie Hühnchen schmecken, Flamingos, 3 „schlafende“ und 2 lebende Robben und jede Menge Sand. Hermann fährt mit uns auf den Dünen Achterbahn. Das hat echt Spaß gemacht. Er beherrscht den Landrover sehr gut. Es klart auch inzwischen auf und wir genießen im Sonnenschein auf einer Düne eine wunderbare Aussicht. Nur der Wind ist ziemlich stark und wirbelt viel Sand auf. Maika hat Angst um die kleine Kamera, die sie schnell weggepackt, denn es knirscht schon etwas beim Rädchen drehen :-(. Dann erreichen wir Sandwich Harbour und sehen beeindruckt, wie die Dünen ins Wasser fallen. Wir hätten es uns an der Stelle noch deutlicher gewünscht. Aber da es dieses Jahr so viel  geregnet hat, haben sich ein paar Wasserflächen noch dazwischen gebildet. Aber es ist schon total sehenswert, was die Natur sich so einfallen lässt. Leider verschwindet der Sonnenschein und die Wolkendecke ist wieder da. Sie wird sich auch bis abends nicht verabschieden, leider. Hermann ist ein sehr lustiger Guide und sein Englisch ist sehr gut zu verstehen. Er erzählt lustige und interessante Sachen über Namibia, Italiener und Kormorane („It’s like chicken“). Nach diesem erstaunlichen Anblick fahren wir noch mal in die Dünen, wo es an einem schönen Ort einen total leckeren Lunch mit einem Glas Sekt gibt. Danach gibt es noch etwas Achterbahnfahrt auf Dünen, wo der Sascha glücklich ist, dass er am Fenster sitzt. Verzweifelt sucht Hermann ein paar Springböcke, die sich aber partout nicht zeigen wollen. Wir sind da nicht böse drum, denn die gibt es ja wie Sand am Meer an anderen Stellen in Namibia ;-).

Beeindruckt kommen wir zurück und gönnen uns zum Aufwärmen einen Kaffee im nahegelegenen Ocean Cafe. Dann gibt es noch einen schönen Sonnenuntergang, denn die Sonne hat es für die letzten Minuten vorm Untergehen geschafft, sich aus der Wolkendecke zu befreien. Plaudernd fahren wir zurück nach Swakopmund und beschließen im Kücki‘s Pub (dem auch das Rostock Ritz gehört), den Tag zu beenden. Dort ist es sehr empfehlenswert einzukehren, wir fanden es sehr schön. Wir verabschieden uns von Christine und Phil, denn hier trennen sich unsere Wege. Man sieht sich dann mal in Deutschland :-).

11.6.

Unser Tag heute war durch die Überfahrt von Swakopmund ins Erongo-Gebirge, genauer gesagt in die Ai-Aiba-Lodge, bestimmt. Zuerst machten wir einen Abstecher zum so genannten Moonlandscape. Eine Gegend, die wirklich aussieht, als ob man sich auf der Oberfläche des Mondes befinden würde. Völlig zerklüftet, grau und unwirklich. Danach ging es weiter zur Welwitschia. Dies ist eine hässliche Pflanze, welche aber weit über tausend Jahre alt werden kann. Sie besitzt nur zwei Blätter, die ihr Leben lang wachsen. Diese sind aber so strukturiert, dass sie den Morgennebel kondensieren lassen und das Wasser dann auf den Boden tropft. Dort nehmen es dann die Wurzeln der Pflanze dankend an. Die Vorzeigepflanze ist schätzungsweise 1500 Jahre alt, eingezäunt und hat doch eine beachtliche Größe!

Eigentlich wollten wir die Straße weiter fahren, so sah es auf dem Straßenplan zumindest aus. Aber leider stellte es sich doch heraus, dass wir umkehren und den ganzen Weg wieder zurück mussten.  Nun gut, es lässt sich nicht ändern und so sind wir erst wieder Richtung Swakopmund unterwegs, bevor wir Richtung Erongo-Gebirge aufbrechen können.

Es gibt zwei Wege zur Ai Aiba Lodge. Einen, der weitestgehend über gut ausgebaute Strecken führt und einen, der kürzer und über Nebenstraßen geht. Wir entscheiden uns für letzteren. Hier kommt es endlich zu unserer ersten offiziellen Sichtung von Erdmännchen! Auf dem Foto sind sie zwar nur als Fliegenschiss zu erkennen, aber endlich haben wir mal eine Familie von ca. 10 Tieren gesehen. Wir sind glücklich! Auf der Weiterfahrt begegnen wir noch Wüstenhörnchen und einem Prachtexemplar einer Schlange. Sie wollte gerade die Straße überqueren, als wir mit dem Auto angebraust kommen. Sie ist ca. 1m lang und bleibt reglos liegen. Ist sie tot? Nach den Bildern zischt sie aber dann ab ins Unterholz. Schon beeindruckend das Tier!

Auf der Lodge angekommen, gibt es die nächste Überraschung: eine Warzenschwein-Familie weidet hier gemütlich auf dem Rasen. Nach dem ersten Nachfragen scheint es, dass sie hier immer mal morgens und mittags auftauchen. Der Rasen scheint ihnen zu munden :-). Wir lassen uns ein Schlangen-Bestimmungsbuch geben und stellen schnell fest, dass es wohl eine Puffotter war, die unseren Weg gekreuzt hat. Eine sehr gefährliche Schlange! OK, sie war draußen und wir drinnen. Zum Glück! Aber schöne Bilder hat‘s gegeben :-). Die Lodge ist unheimlich schön. Die Bauten sind aus Lehm und die Aussicht ist wieder super! Hier gefällt es uns!

12.6.

Nach einem leckeren Frühstück sind wir heute zu der 1h-Wanderung aufgebrochen. Bei der Lodge gibt es Felsmalereien, welche 500-2000 Jahre alt sind. Es war eine schöne Runde mit einer tollen Aussicht über das Gelände! Die Warzenschwein-Familie hat uns sowohl beim Frühstück, als auch nach der Wanderung Gesellschaft geleistet. Während wir unsere Fotoausrüstung gepflegt haben, waren die Tiere gerade mal 4m von uns entfernt und haben sich an dem Rasen gütlich getan.

Gegen eins sind wir dann zum living museum aufgebrochen. Hier haben die San das Angebot, sie mal auf einer Tour zu begleiten und einiges über ihre Jagd- und Lebensweise zu erfahren. Es war für uns schon ein echter Kulturschock, als ein San mit Lendenschurz vor uns stand. Wir denken auch, dass wir die ganze Zeit über viel zu schüchtern waren und durchaus auch hätten mehr mitmachen können. So haben wir bestaunt, wie man Feuer macht (ohne Feuerzeug!), welche Pflanzen man für Giftpfeile nimmt und welche gegen Bauchschmerzen, wie man Spuren liest oder Fallen für kleinere Tiere baut. Es waren 3 Jäger und unser Guide mit uns unterwegs. Es war eine klare Hierarchie zu erkennen. Der älteste erzählte immer etwas und Timmi, unser Guide, hat es dann auf Englisch für uns übersetzt. Wir sind total angetan von diesem Erlebnis und können es nur jeden ans Herz legen es auch zu machen. Für die San sind das Museum und der Verkauf von Schmuck die Einkommensquelle für diesen Stamm. Maika hat sich noch eine schöne Halskette mitgenommen. Nach der Tour haben wir noch zwei Kinder beim Spielen gesehen. Das Spiel bestand daraus, dass sie einen Stein hoch warfen, aus einer Kuhle lauter kleine Steine zur Seite schoben und dann den hoch geworfenen Stein wieder auffingen. Dann wurde der Stein wieder hochgeworfen, alle bis auf einen kleinen Stein in die Kule zurückgeschoben und der Stein wieder aufgefangen. Die Hand-Augen-Koordination war beeindruckend. Sowas bekommt bestimmt kaum ein Mitteleuropäer hin!

Den Abschluss des Tages bildete ein schöner Sundowner-Drive auf einen Berg hier im Erongo-Gebirge, wo man einen 360° Blick über das Gebiet hat. Da haben wir auch unsere ersten Affen, Paviane, gesichtet. Leider waren sie für ein gutes Foto viel zu weit weg. Die Sonne ist dann auch in einem super schönen Rot-Orange-Gelb Ton untergegangen und wir haben unseren Drink an dieser Stelle sehr genossen.

13.6.

Leider ging es Sascha die Nacht überhaupt nicht gut. Geplagt von Durchfall und ein wenig Erbrechen haben wir uns entschlossen eine weitere Nacht in der Ai Aiba Lodge zu bleiben, so dass er sich erholen kann. Das heißt dann leider auch eine Nacht weniger in Etosha, aber das haben wir problemlos mit unserem Reiseveranstalter Umfulana regeln können. Mal sehen, ob wir von unserer Reiseversicherung die eine Übernachtung wieder bekommen. So geht ein Tag mit Erholung zu Ende: Maika hat viel gelesen, Sascha viel geschlafen. Es ging ihm aber am Ende des Tages schon wesentlich besser. Beim Lesen hatte Maika eine kurze Bekanntschaft mit einer schwarzen Zwergmanguste gemacht. Sie lugte um die Ecke und war auch nach einem Zusammentreffen der Blicke direkt wieder weg. Sah aber sehr drollig aus das Tier: quasi wie ein Frettchen, nur rabenschwarz. Ein nettes Ereignis!

14.6.

Heute haben wir den Weg nach Etosha in Angriff genommen. Da Sascha immer noch recht angeschlagen war, ist Maika die meiste Zeit gefahren. In einem kleinen Örtchen haben wir Pause gemacht, getankt und lecker in einem kleinen Kaffee gegessen. Es gab unter anderem Spaghetti Bolognese. War das lecker mal was anderes als Filet oder irgendein Fleisch am Stück zu essen!

An der Naua Naua Lodge angekommen, haben wir unser riesengroßes Zimmer bezogen! Welch eine Aussicht! Die haben hier Geparden! Daher gab es direkt an dem Tag noch eine Geparden- und Sundowner-Tour. Sie haben 6 junge Wildkatzen, welche man beim Füttern aus dem Wagen beobachten darf und zwei Ältere, wo man direkt daneben steht. Es war schon beeindruckend, wenn diese Tiere auf einen zugeschossen kommen. Unsere Führerin erklärte, dass, wenn Reisegruppen mit namibischen Guides vorbeikommen, die Guides sich weigern das Gehege zu betreten. Wenn man genauer darüber nachdenkt, muss man sich schon eingestehen, dass man hier einen großen Vertrauensbonus gibt. Nach den Geparden bekommen auch noch 2 Strauße ihr Leckerli. Die sind total süß und kommen hungrig angesaust. Wir dürfen die beiden auch füttern und zwar macht man das, wie bei Pferden, mit glatten Händen. Hungrig picken sie drauflos, aber es tut überhaupt nicht weh. Der Sonnenuntergang war zwar diesmal nicht so beeindruckend, aber dafür wirklich in netter Gesellschaft. Das Abendessen wurde auch an einem großen Tisch zu sich genommen. Das ist viel besser, als sonst. Ansonsten sitzt jedes Zimmer an einem eigenen Tisch und dann kommt man kaum in Kontakt mit anderen. Gegen Saschas Magenprobleme wurde ein Underberg empfohlen. Scheußliches Zeug… mal sehen ob es hilft…

15.6.

Saschas Magen geht es besser. Ob es der Underberg war? Er wird heute Abend auf jeden Fall noch einen trinken. 🙂

Nach einem Frühstück mit warmen Croissants sind wir richtig Etosha aufgebrochen. Da die Naua Naua Lodge doch ein ganzes Stück von der Hauptstrasse weg ist, brauchen wir bis zum Gate gute 40 Minuten. Dann nochmal 15 Minuten bis zum ersten Camp, wo man den Permit bezahlt. Auf dem Weg dorthin begegneten wir der ersten Giraffe und ein paar Zebras (die „braunischen“). Im Office des Camps kann man in einem großen Buch eintragen, wann man welche Tiere an welchem Wasserloch gesehen hat. Da stand als letzter Eintrag eine Sichtung von Löwen am Gemsbokvlakte Wasserloch drin. Da wir ansonsten nicht wussten, an welches Wasserloch wir zuerst hinfahren sollten, haben wir dieses einfach angesteuert.

Direkt zu Beginn standen 3 Erdhörnchen am Wegesrand aufmerksam herum. Maika dachte, sie wären ausgestopft, doch dann bewegten sie sich doch etwas und gaben ein sehr gutes erstes Fotomotiv ab. Sascha schloss derweil Kontakt zu einem entgegenkommenden Guide, der uns erzählte, dass sich an dem von uns angesteuerten Wasserloch Löwen befinden und wir doch schnell hinfahren sollten. Und tatsächlich, dort angekommen sehen wir schon viele Autos und auch viele Löwen. Gespannt schauen wir zu und knipsen, was die Kamera hergibt. Es ist auch ein großes Männchen mit einer prächtigen Mähne dabei. Wow, total beeindruckt fahren wir weiter. An einem Picknickplatz treffen wir einen Guide, der uns erzählt, dass an den kommenden beiden Wasserlöchern (Olifantsbad und Aus) gegen 14 Uhr meistens Elefanten sind. Da es aber erst 11 Uhr ist, machen wir uns weiter auf den Weg, um später zurückzukommen. Der Weg ist recht eintönig und kein Tier lässt sich blicken. Doch dann sehen wir auf einmal einen Elefanten in einem Wasserloch (Charitraub) stehen. Total unbeeindruckt von uns und 2 weiteren Autos, trinkt er mit seinem Rüssel schön genüsslich. Die anderen Tiere haben Respekt vor ihm, denn sie kommen nur zögerlich an die Wasserstelle. Dann hat er anscheinend genug und geht mit einer inneren Ruhe von uns Autos weg. Nochmal wow, wir sind hin und weg. Ansonsten sehen wir viele Zebras, Springböcke und auch Impalas, die wir bis jetzt noch nicht kannten. 3 Giraffen begegnen wir auch noch und einem Elefanten auf dem Weg Richtung Camp. Vögel gibt es jede Menge. Leider sind die so schnell, dass man sie nicht ordentlich fotografieren kann. An den vorher erwähnten „Elefanten“-Wasserlöchern sehen wir jedoch keinen einzigen :-(. Insgesamt sind wir etwas enttäuscht. Wir hätten gedacht, man sieht mehr. Besonders haben wir auf unsere Erdmännchen gehofft, aber die haben wir gar nicht angetroffen. Die Vegetation ist sehr dicht und die Bäume haben noch jede Menge Blätter. Vielleicht liegt es daran. Wir werden sehen, wie es morgen ist, wenn wir einmal quer durch den Etosha fahren, um zu unserer nächsten Lodge zu kommen.

16.6

Der heutige Tag in Etosha war toll. Wir haben eine Elefantenherde von 19 Tieren gesehen! Von ziemlich klein, bis wirklich ganz groß. Und das alles direkt vor unserem Auto (weswegen wir auch nicht weiterfahren konnten :-)). Im östlichen Teil von Etosha haben wir Unmengen an Giraffen gesehen. Diese auch wieder in allen Größenvarianten. Auch wenn uns Nashörner und Erdmännchen verwehrt geblieben sind, so gefiel uns heute die Menge an Tieren. Es gab wirklich oft was zu sehen und der Tag verging wie im Flug.

Daher kamen wir auch erst um fünf an der Etosha Aoba Lodge an. Hier haben wir uns das erste Mal geärgert. Durchs Saschas Ausfall bleiben wir hier nur eine Nacht! Es ist so wundervoll hier. Die Betreiber July und Peter sind sehr nett und heißen einen wirklich herzlich willkommen. Nach etwas Wein an der Theke ging es dann auch zum Abendessen. Übrigens das erste Mal hier, dass man zwei Weine probieren dürfte, bevor man sich entscheidet welchen man trinkt. Beim Abendessen wurde dann Sascha noch mal mit einem Rotwein begossen. Ein kleines Missgeschick des Kellners, aber nicht schlimm, wir sind ja auf Urlaub, da sieht man sowas ganz relaxt. Nach einem langem Gespräch mit den beiden Chefs an der Bar, gehen wir dann um halb elf ins Bett. So spät waren wir noch nie! Es war ein wirklich toller Abend und wir werden die Lodge wahrhaftig vermissen.

17.6.

Der heutige Tag war hauptsächlich durch die lange Fahrt zum Waterberg-Plateau geprägt. Wir haben sie nur für einen Krokodils-Wrap unterbrochen. Den gab es in der Krokodil-Ranch in Otjiwarongo. Erstaunlich wie gut ein so hässliches Tier schmeckt. Gerne hätten wir noch eine Besichtigung der Krokodilfarm gemacht, aber wir wollten endlich in der Lodge ankommen. Die Waterberg Wilderness Lodge liegt direkt am Waterberg, eingebettet in die Natur. Eine nette Anlage, die nur etwas kühl wirkt. So familiär wie gestern wird es hier wohl nicht. Bei einer kleinen Wanderung konnten wir schon die Felsen im schönen Sonnenuntergangslicht bewundern. Begleitet haben uns Paviane. Wenn die Tiere nicht hinter einem Graben im Zoo sind, so wird man doch ziemlich vorsichtig. Vor allem Dingen, wenn es eine Familie von über zehn Tieren ist. Zum Glück haben wir für den Notfall CS-Gas dabei. Keine Ahnung ob es hilft, aber es beruhigt.  Jetzt bereiten wir uns langsam auf das Abendessen vor. Gerade bekommen wir noch Wärmflaschen für eine gute Nacht :-), denn abends/nachts ist es hier immer noch ziemlich frisch.

18.6.

Wir nutzen heute zwei Angebote der Lodge. Zum einen die geführte Wanderung über das Waterberg Plateau und zum anderen den Gamedrive am Nachmittag.

Die Wanderung begann mit einem 150 m Aufstieg auf das Plateau. Das hat schon Spaß gemacht. Danach ging es auf verschlungenen Wegen über das Plateau. Hier erläuterte uns der Guide verschiedene Pflanzenarten (unter anderem die Heilpflanze für nach der Beschneidung), Losungen und die Spuren der Tiere. Wir hatten vom Rand eine fantastische Aussicht über das gesamte Gebiet. Es war unheimlich schön und wir haben die Wanderung wirklich sehr genossen. Der Guide erzählte dann, dass er auch den Gamedrive macht und man auf jeden Fall Nashörner zu sehen bekommt. Also entschlossen wir uns kurzerhand auch noch den zu machen.

Um 15:00 Uhr ging es dann los. Und da haben wir sie wirklich gesehen: Breitmaulnashörner! Wir sind aus dem Wagen ausgestiegen und haben uns den Tieren genähert. Es war ein fantastisches Erlebnis, ohne Gitter oder andere Hindernisse die Nashörner zu sehen. Der Guide achtete sehr darauf, dass wir einen Sicherheitsabstand einhalten. Da sich das Pärchen langsam auf uns zubewegte, gingen wir in dem Tempo zum Wagen zurück. Sie verfolgten uns, bis wir losfuhren. In Anbetracht des Gewichtes der Tiere (männl. 2t, weibl. 1,5t) ist so ein Sicherheitsabstand bestimmt nicht verkehrt. Jetzt haben wir Hunger und freuen uns auf das Abendessen. Gestern gab es gefüllte Hackbällchen, hoffentlich gibt es heute was vergleichbar leckeres!

19.06

Unser Abschied heute Morgen fiel uns nicht so schwer wie sonst. Die Landschaft am Waterberg ist zwar super, aber die Lodge konnte uns nicht fesseln.

Der Weg zur Gästefarm am Flughafen verlief zuerst sehr unspektakulär. Dann aber, bei einem Zwischenhalt, fuhr Sascha rückwärts gegen ein geparktes Auto. Voller Sorge wussten wir im ersten Moment nicht so recht ein noch aus. Das war der Augenblick, als aus einer Kirche die Leute herauskamen, da der Gottesdienst zu Ende war. Sascha sprach einen Herren dort an und wie es sich herausstellte, war es auch zufällig der Besitzer des Autos. Er und seine Frau lachten, als wir ihnen den Schaden zeigten, der war nämlich schon vorher da. Seine Frau war rückwärts gegen einen Poller gefahren und Sascha hat das Loch in der Stoßstange nur etwas vergrößert. Da haben wir wirklich Glück gehabt. Daraufhin haben wir erstmal Pause gemacht.

Die weitere Fahrt war normal. Da heute Sonntag ist, war Windhoek ziemlich leer und ließ sich gut durchqueren. Auf der Etango Ranch am Flughafen wurden wir sehr herzlich aufgenommen und das Gastgeberpaar hat sich beim Kaffee als supernett herausgestellt. Bei einem Rundgang lernten wir dann noch ihre Kinder kennen, die uns aufgeschlossen Familiengeschichten erzählten („Als Papa Mama vor der Schlange gerettet hat…“). Wir waren zwar dadurch etwas vom Sonnenuntergang abgelenkt, aber es hat doch Spaß gemacht! Die Hunde hier sind super! Der eine will nur spielen, der andere mag Maika so gerne, dass er ihr immer das Bein leckt und der nächste will einfach nur gekrault werden. Hier ist es wirklich schön und ein gelungener Ort für den letzten Abend!

20.06.

An unserem letzten Tag in Namibia haben wir morgens eine Rundfahrt auf dem Farmgelände gemacht. Und da haben wir endlich die Bergzebras gesehen, die “nicht-braunischen”. :o) Zwar ziemlich weit weg, aber man konnte durch den Feldstecher deutlich erkennen, dass sie nur schwarz-weiße Streifen haben. Ansonsten haben wir den Tag bei einem schönen Buch in der Sonne ausklingen lassen und sind dann zum Flughafen gefahren.

Die Rückgabe des Mietwagens war gar kein Problem, das Aufgeben des Gepäcks auch nicht. So saßen wir dann in einem Cafe und haben uns darüber unterhalten, dass wir uns jetzt viel wohler auf dem Flughafen fühlen, als an unserem ersten Tag hier in Namibia. Generell waren wir uns einig, dass wir eigentlich noch nicht weg wollen, aber leider kann man das nicht ändern.

Der Rückflug war wesentlich angenehmer, da wir nicht im Zug von der Klimaanlage saßen. Geschlafen haben wir aber trotzdem nicht wirklich. Am Frankfurter Flughafen wurden wir dann von Saschas Eltern in Empfang genommen und voll mit Eindrücken und Geschichten Richtung Westerwald gefahren.

Fazit Sascha

Wow, was für ein Land. Manchmal bei langen Strecken empfand ich sehr anstrengend dort zu fahren. Vor allen Dingen wenn die Landschaft mal so richtig eintönig ist. Aber es gibt viel zu viel tolle Dinge, die man dort sehen und erleben kann.

Fazit Maika

Dieser Urlaub war toll, super, aufregend, ereignisreich, empfehlenswert und wunderschön. Es war mein erster Urlaub, wo ich am Abflugtag am Flughafen saß und gedacht habe: “Irgendwie willst du hier noch nicht weg.” Meine bzw. unsere bisherigen Urlaube waren immer schön, aber da habe ich mich am Ende irgendwie immer darauf gefreut, wieder nach Hause zu kommen. Diesmal nicht. Ich hätte noch ne Weile da bleiben können.

Namibia bietet viele Facetten, die es gilt zu entdecken: Tiere, Landschaft und Leute.

Die Tiere sind natürlich total beeindruckend, auch wenn wir für namibische Verhältnisse für diese Jahreszeit wenige gesehen haben. Dies lag an der intensiven Regenzeit die Monate zuvor. Aber für uns war es vollkommen ausreichend und beeindruckend. Für mich war das Highlight bei den Tieren die eine Elefantenherde, in der wir mit unserem Geländewagen mittendrin standen. Einfach nur toll.

Die Landschaft ist total abwechslungsreich: von Wüste über Steppe bis hin zu Gebirgen ist alles vertreten. Da fand ich die Erongo Berge am schönsten. Die sehen so aus, als würden sie jeden Moment in sich zusammenstürzen. Die Namib Wüste mit ihren großen roten Dünen war aber auch nicht zu verachten.

Leute haben wir einige getroffen und auch durchweg nette. Seien es die Lodge-Betreiber oder Lodge-Angestellte oder Mitreisende. Wir haben uns sehr gut unterhalten und auch viel Wissenswertes über Land, Leute und ihre Kultur gelernt.

Insgesamt war es die richtige Entscheidung allein und mit einem Geländewagen diese Reise zu machen. Ich denke, ich hätte mich noch mit einer Reisegruppe arrangieren können, aber Sascha definitiv nicht. Dafür gibt es einfach zu viel zu sehen und demzufolge zu viel zu fotografieren. :o) Der Geländewagen ist ein Muss, wenn man entspannt über die Pads fahren möchte. Wir haben auch Pärchen getroffen, die das ganze mit einem Polo gefahren sind, aber das wäre nicht meins.

Bedroht oder in Gefahr habe ich mich zu keiner Zeit und an keinem Ort während unseres Urlaubes gefühlt. Klar ist am Anfang alles neu und unbekannt und man fühlt sich manchmal etwas unwohl. Aber das gibt sich in den ersten Tagen und den Rest genießt man einfach nur noch.

Ich bin glücklich, dass wir diese Reise in der Form gemacht haben und freue mich darauf Namibia wieder zu sehen. Denn das werden wir auf jeden Fall! :o)

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